Bierlexikon


Biermischgetränke

Verbreitung:   bundesweit
Biergattung:   können unter Verwendung aller Biersorten hergestellt werden
Alkoholgehalt in % vol:   hängt ab vom Mischungsverhältnis; die üblichen Mischgetränke werden im Verhältnis 1 zu 1 gemischt und enthalten dann ca. 2,5 Prozent Alkohol
Charakteristik:   hell-goldfarbenes Bier mit vorherrschendem Hopfengeschmack und feinsahnigem Schaum
Geschichte:   als Fertiggetränk noch recht jung; der Verkauf als bereits gemischtes Getränk in Flaschen oder Dosen wurde erst nach der Änderung des Biersteuertgesetzes 1993 möglich; in der Gastronomie schon lange Tradition
Bierpflege:   optimale Trinktemperatur liegt zwischen 7 und 8 Grad


Biermischgetränke setzen junge Akzente
Es ist eigentlich keine neue Idee, Bier mit Limonade oder Cola zu mischen. In Gaststätten und Biergärten gehören "Radler", "Russ'n-Maß", "Alsterwasser", oder "Diesel" zum festen Repertoire. Auch die Berliner Weiße mit einem Schuß Himbeer- oder Waldmeister-Sirup ist ein klassisches Biermischgetränk. Bedingung war allerdings bis vor wenigen Jahren, daß die Mischung "vor den Augen des Gastes" entstehen mußte.
    Erst seit Änderung des Biersteuergesetzes 1993 ist es den deutschen Brauereien erlaubt, Biermischgetränke direkt herzustellen und abzufüllen. Und viele Brauer haben es in den vergangenen Jahren verstanden, mit einem erweiterten Angebot neue Akzente in ihrer Produktpalette zu setzen. Gerade für jüngere Verbraucher sind die Mischgetränke eine willkommene alkoholarme Abwechslung zu den sogenannten "Soft-Drinks" und deshalb gut geeignet, diese aufgeschlossene, neugierige Zielgruppe für das Bier zu interessieren.

Klassiker für den Sommer
Der"Urvater" aller Biermischgetränke ist sicher das "Radler", seit jeher ein Sommerhit in den Biergärten. Radler wird aus hellem Bier und Zitronenlimonade im Verhältnis 1:1 gemischt und soll von einem bayerischen Gastwirt aus der Not heraus erfunden worden sein. Der kam eines schönen Sommertages durch den Ansturm vieler Radfahrer mit seinen Biervorräten ins Schleudern und streckte sein Helles kurzerhand mit Limo. Die erfrischende "Radler-Maß" kam an.
    Eine Variante des "Radler" ist die "Ruß'n-Maß", die zu gleichen Teilen aus Zitronenlimonade und Weizenbier gemischt wird. Der Legende nach entstand sie in München zur Zeit der Revolution von 1918. Die kommunistischen Anhänger der Räterepublik - vom Volksmund "Ruß'n" genannt - trafen sich bevorzugt im Münchener Matthäser-Keller. Sei es, daß die Revolutionäre einen klaren Kopf behalten wollten, oder daß das Weizenbier knapp wurde. Auf jeden Fall soll hier zum ersten Mal die "Ruß'n-Maß" gemischt worden sein.
    In Norddeutschland greift man im Sommer gern zum "Alsterwasser", das aus Pils und Limo gemixt wird. Und auch die Mischung aus Bier mit Cola, oft "Diesel"genannt, ist bei vielen Konsumenten beliebt. Gerade bei hohen Temperaturen sind sie bei Jung und Alt eine willkommene Alternative zu Vollbieren. Der Alkoholgehalt der meisten Biermischgetränke liegt bei rund 2,5 Prozent.

Jung und innovativ: "Trendy Biere"
Die Brauereien kommen den Bedürfnissen der Verbraucher entgegen und bieten Biermischgetränke in den unterschiedlichsten Varianten an. Dabei setzen sie nicht nur auf traditionell bekannte Mischungen. Ein besonders innovatives Image haben die sogenannten "Trendy Biere", die erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind. Hier kann sich die Kreativität voll entfalten, wenn es gilt, neue Zielgruppen zu erobern.
    Bei den "Trendy Bieren" verlassen die Brauer die klassische Zwei-Komponenten-Mischung aus Bier und Limonade und schaffen völlig neue Geschmackserlebnisse. Diese jungen Bierkreationen sind aus einem beliebigen Mischungsverhältnis von Bier, Limonade oder Erfrischungsgetränken komponiert und setzen zusätzlich fruchtige Akzente.
    Übrigens: Ein Verstoß gegen das Reinheitsgebot sind Biermischgetränke nicht, denn das Bier wird selbstverständlich zunächst einmal nach dem Reinheitsgebot hergestellt, bevor es dann "gemischt" wird.
    Ob Pfirsich oder Cassis, Kirsche oder Zitrone, Himbeere oder Waldmeister - der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.
    Junge Leute, die eine ganze Nacht durchtanzen wollen, können auch zu Mischungen greifen, die Koffein, Guaraná oder Mineralien enthalten. Anything goes. Und die "Trendy Biere" finden in Szene-Kneipen und Diskotheken eine hohe Akzeptanz. Für die Brauer bieten die neuen Bier-Kreationen die große Chance, gezielt eine moderne und unkonventionelle Zielgruppe anzusprechen und neue Märkte zu erobern.
 

Diese Seiten wurden uns freundlicherweise vom
Deutschen Brauer-Bund zur Verfügung gestellt.


 
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